Überfüllsicherung & Leckageerkennung – Sicherheit für Anlagen und Umwelt

Überfüllsicherung und Leckageerkennung sind zentrale Sicherheitsmaßnahmen in Industrieanlagen, etwa in der Chemie, Pharma, Wasserwirtschaft oder Energietechnik. Dieser Beitrag zeigt, welche gesetzlichen Vorgaben – von WHG über VLAREM bis FM – gelten und wann zertifizierte Füllstands- und Grenzstandsysteme erforderlich sind, um Anlagen, Menschen und Umwelt zuverlässig zu schützen.

 

Was versteht man unter Überfüllsicherung und Leckageerkennung?

Eine Überfüllsicherung verhindert, dass Tanks oder Behälter überlaufen. Wird ein definierter Maximal-Grenzstand erreicht, gibt das Messsystem ein Signal an die Steuerung oder schaltet den Füllvorgang automatisch ab. So wird verhindert, dass Flüssigkeiten unbeabsichtigt in die Umgebung gelangt und mögliche Umweltschäden vermieden werden.

 

Eine Leckageerkennung dient der frühzeitigen Erkennung von Undichtigkeiten – beispielsweise bei doppelwandigen Tanks, Rohrleitungen oder Auffangräumen. Moderne Systeme überwachen den Zwischenraum permanent und lösen im Ernstfall optische und/oder akustische Alarme aus.

 

CN 7120 überwacht den Interstitialraum, RF 8100 sichert den maximalen Grenzstand zur Überfüllsicherung ab – und NR 8300 erfasst den Füllstand kontinuierlich

Der NR 7 misst den Füllstand, der CN 7121 sichert den Maximalstand ab – und der CN 7150 detektiert zuverlässig Leckagen

Wo braucht man solche Zulassungen?

Zulassungen oder rechtskonforme Ausführungen von Füllstands- und Grenzstandsystemen sind immer dann erforderlich, wenn wassergefährdende, brennbare oder toxische Medien gelagert, verarbeitet oder transportiert werden.

 

Typische Bereiche sind:

Chemie- und Petrochemieanlagen, in denen aggressive oder gefährliche Flüssigkeiten wie Säuren, Laugen oder Lösungsmittel verarbeitet werden.

Tanklager und Raffinerien, wo Überfüllsicherungssysteme gesetzlich vorgeschrieben sind.

Wasser- und Abwassertechnik, um Gewässer vor Verunreinigungen zu schützen.

Lebensmittel- und Pharmaproduktion, wenn Anlagen nach Hygienerichtlinien oder WHG-Vorgaben betrieben werden.

Industriebetriebe mit Heizöl- oder Dieseltanks, die nationale Sicherheitsstandards erfüllen müssen.

Biogas-Anlagen und JGS-Behälter (Jauche, Gülle, Silagesickersaft): Hierfür ist die Schwinggabel Vibranivo® VN 7 als Leckagesonde zugelassen – eine besondere Freigabe für den Einsatz in Anlagen mit hohen Umweltanforderungen.

 

In allen Fällen dienen die Vorgaben dazu, Betriebssicherheit, Umweltschutz und Haftungssicherheit zu gewährleisten.

 

  

Typische Anwendungen

Zertifizierte oder rechtlich konforme Überfüll- und Leckagesysteme werden überall dort eingesetzt, wo mit wassergefährdenden, toxischen oder brennbaren Stoffen gearbeitet wird. Dazu zählen:

  • Lagertanks und Prozessbehälter
  • Kraftstoff- und Heizöltanks
  • Dosier- und Reaktionsbehälter
  • Sammel- und Klärbehälter

 

  

WHG, VLAREM, FM & Co. – was steckt dahinter?

WHG / AwSV (Deutschland):

Das Wasserhaushaltsgesetz regelt den Umgang mit wassergefährdenden Stoffen. Die zugehörige AwSV-Verordnung schreibt für bestimmte Anlagen Überfüllsicherungen und Leckanzeigesysteme verbindlich vor. Nur zugelassene Komponenten dürfen eingesetzt werden.

 

VLAREM (Belgien, Region Flandern):

VLAREM ist kein Zertifizierer, sondern ein rechtsverbindliches Umweltregelwerk der Region Flandern. Es definiert, welche technischen und sicherheitstechnischen Anforderungen Anlagen erfüllen müssen – unter anderem bei Überfüllsicherung, Leckageerkennung und Umgang mit wassergefährdenden Flüssigkeiten.

 

FM Approvals (USA):

Hierbei handelt es sich nicht um ein Gesetz, sondern um eine Prüf- und Zertifizierungsstelle. FM-zugelassene Geräte erfüllen hohe Sicherheitsstandards und werden weltweit – besonders im nordamerikanischen Raum – häufig gefordert.

 

Internationale Standards 

Neben WHG, VLAREM und FM gibt es weitere Richtlinien, die Anforderungen an Überfüll- und Leckagesysteme stellen:

API 2350 (USA): Standard zur Überfüllvermeidung in Tanks der Öl- und Gasindustrie.

PGS-Richtlinien (Niederlande): Nationale Sicherheitsvorschriften für Lagerung und Umgang mit Gefahrstoffen, inklusive Überfüllschutz.

KVU-Vollzugshilfen und TRCI-Leitfäden (Schweiz): Sie definieren Anforderungen an Tanklager, Auffangräume und Überfüllsicherungen und dienen als praxisorientierte Auslegungshilfe für Betreiber und Behörden.


Ziel all dieser Regelwerke ist es, ein höchstmögliches Maß an Anlagensicherheit und Schutz der Umwelt zu gewährleisten.

 

  

UWT-Sensoren erfüllen die neuen Anforderungen der VLAREM II

Mit der fortlaufenden Weiterentwicklung des belgischen Umweltrechts (VLAREM) steigen die Anforderungen an eine zuverlässige Überfüllsicherung und Leckageerkennung in sensiblen Anlagen. UWT-Sensorlösungen wie der Vibranivo® VN 7 erfüllen diese hohen Anforderungen und sind für den Einsatz in JGS-Behältern und Biogasanlagen zugelassen. Für bestehende Anlagen gilt eine Übergangsfrist bis Ende 2027.

 

UWT zählt zu den Herstellern, deren Füllstandgrenzschalter die geltenden Vorgaben für Systeme zur Überfüllsicherung und Leckageerkennung erfüllen. Die Produktreihen Capanivo® CN 71xx und Vibranivo® VN 7 bieten damit rechtssichere und zukunftsfähige Lösungen für Betreiber in Belgien und darüber hinaus – mit höchster Betriebssicherheit und bewährter Messperformance.

Ob Chemietank, Heizöltank oder Wasseraufbereitungsanlage: Eine zuverlässige Füllstand-, Grenzstand- und Leckageüberwachung ist die Basis für den sicheren Betrieb jeder Anlage. UWT-Sensoren leisten hierzu einen wichtigen Beitrag – mit robusten Materialien, international anerkannten Zulassungen und Lösungen, die sich flexibel an unterschiedliche gesetzliche Anforderungen anpassen lassen.

UWT-Sensorik mit Zulassung für Überfüll- und Leckagekontrolle

  WHG Überfüllsicherung WHG Leckageerkennung VLAREM Überfüllsicherung VLAREM Leckageerkennung
Vibranivo®VN 7        
Capanivo® CN 71xx x x x x
Capanivo® CN 8 x -- x --
RFnivo® RF 8 x -- x --
NivoCapa® NC 8 -- -- x --
 NivoRadar® NR 4/7 x -- -- --